Wir rufen alle Akteur:innen aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft dazu auf, sich an der Debatte zur Weiterentwicklung des § 22 Abs. 3 des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) zu beteiligen und einen gemeinsamen Unterstützerstandpunkt zu entwickeln.
13.02.2026 – Dialogveranstaltung in Berlin: Qualität verbessern – Förderauftrag schärfen: das SGB VIII zukunftsfähig gestalten
Qualität verbessern – Förderauftrag schärfen:
Das SGB VIII für Kindertageseinrichtungen zukunftsfähig gestalten. Auswirkungen auf Bundes- und Landesebene

FREITAG, 13. Februar 2026, von 09:00-12:00 Uhr, in der Aula des PFH
Veranstaltung in Kooperation mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus
Fachkräfte aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung waren der Einladung in das Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin gefolgt. Thema des Austauschs war die Grundlage der Kindertagesbetreuung in Deutschland: der im Sozialgesetzbuch VIII formulierter Förderauftrag.
In zwei kurzen Impulsen erhielten die Teilnehmenden zunächst von Bettina Stobbe (pfv) Einblick in die Hintergründe sowie den Vorschlag des pfv für eine Neuformulierung, die sich mehr am Kind orientiert und der pädagogisch qualitativen Praxis eine rechtliche Grundlage sichert. Im Vortrag von Frau Herrnberger (Vorstand QBE e.V., FiPP e.V., Berliner Kita-Bündnis) wurde danach eine Brücke geschlagen zu den konkreten Herausforderungen und den bestehenden Bildungsprogrammen am Beispiel Berlins. Sie legte dar, dass die Relevanz des Spiels und der kindorientierten Beziehung gerade auch für Bildungserfolge nachweislich wichtiger seien als outputorientierte Lernprogramme.
Im gemeinsamen Diskurs zeigte sich, dass gerade das im Formulierungsvorschlag genannte Kindeswohl auf breite Zustimmung stieß. Auch wurde angeregt, die Neuformulierung zum Anlass zu nehmen, um Bildungspläne, Kooperationsstrukturen und Qualitätskonzepte kindgerecht weiterzuentwickeln. Kita, Schule, Ganztag und berufliche Bildung sollten als zusammenhängende Bildungsbiografie gedacht werden.
Abschließend erläuterte Bettina Stobbe, dass der pfv mit seinem Formulierungsvorschlag eine Weiterentwicklung anstoßen will, die auf breite Unterstützung angewiesen ist. Alle Interessierten können sich auf der Unterstützerliste eintragen (zum Unterstützeraufruf) .
Lesen Sie auch die Berichterstattung des PFH

© Bettina Wilmes / PFH-Berlin

© Bettina Wilmes / PFH-Berlin

Die Einladung:
Die frühkindliche Bildung ermöglicht in der Trias Erziehung, Bildung und Betreuung das Fundament für Teilhabe, individuelle kindliche Entwicklung und soziale Integration von Anfang an – und ist damit eine bedeutende gesellschaftliche Zukunftsaufgabe.
Jedoch: Um ihr volles Potenzial entfalten zu können, braucht sie auf Bundesebene einen klaren gesetzlichen Rahmen, der den Förderauftrag der Kindertagesbetreuung zielgerichtet und entsprechend den in Wissenschaft und Praxis erkannten Erfordernissen der Frühpädagogik formuliert. Genau hier setzt der Vorschlag zur Neuformulierung des § 22 Abs. 3 SGB VIII an, den der Pestalozzi-Fröbel-Verband (pfv) gemeinsam mit Expert:innen aktuell vorlegt.
Die Formulierung und ihre zugrundliegenden Überlegungen wurden publiziert in
„Rethinking frühkindliche Erziehung, Bildung und Betreuung. Fachwissenschaftliche und rechtliche Vermessungen zum Bildungsanspruch in der Kindertagesbetreuung. Eine Expertise im Auftrag des Pestalozzi-Fröbel Verband e.V. (Hrsg.)“
Sie kann im online-Shop des pfv sowie im Buchhandel bestellt werden.
Formulierung und Begründung sind hier in Kurzform zu lesen.
In der Veranstaltung wird der Gesetzentwurf vorgestellt und die Frage diskutiert, welche Anforderungen sich daraus für die Umsetzung auf Landesebene am Beispiel Berlins ergeben würden. Das Berliner Bildungsprogramm gibt seit 2004 (aktualisiert 2014) den Rahmen für die Qualitätsentwicklung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Berlin und beinhalt bereits vielfältige Ansätze eines kindzentrierten, ganzheitlichen und selbstbestimmten Entwicklungs- und Bildungsansatzes mit alltagsintegrierter Förderung. Inwieweit könnte der Gesetzesvorschlag des pfv in eine Weiterentwicklung des Berliner Bildungsprogramms einzahlen und welche Auswirkungen hätte er auf das frühpädagogische Selbstverständnis?
Impulsvorträge:
- „Wie klar ist der Auftrag für die Kita? Vorstellung und Genese des Formulierungsvorschlags zum
§ 22 Abs. 3 SGB VIII“ Prof. Dr. Anke König, Vorstandvorsitzende des pfv - „Mögliche Auswirkungen einer gesetzlichen Neuausrichtung für die Qualitätsentwicklung im Land Berlin“ Grit Herrnberger, Vorstand QBE e.V.; Qualitätsmanagement im FiPP e.V., Berliner KitaBündnis
Die Impulse und Aspekte des Themas werden gemeinsam, in Kleingruppen sowie in einer Podiumsdiskussion erörtert. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, in den Austausch zu gehen und eigene Erfahrungen und Anregungen einzubringen.
Hier finden Sie die Einladung als PDF zum Download
Beitragsfoto: AdobeStock_65903011_ by-studio
Bundesfachtagung 2026: Call for Abstracts / Call for Poster
Für die diesjährige Fachtagung zum Thema GANZTAG rufen wir alle pädagogischen Fachkräfte aus Theorie und Praxis auf, ihre Expertise einzubringen und die Tagung mit einem Einzelvortrag oder einem Poster z.B. zu Ihren persönlichen Projekten und Erfahrungen zu bereichern. Austausch will gelebt werden….
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Neue Publikation erschienen
Mitte Oktober ist der aktuelle Band aus der Reihe Beyond Frühpädagogik im Verlag Beltz Juventa zum Preis von 28,-€ erscheinen.
Herausgegeben von Anke König und Diana Franke-Meyer im Auftrag des pfv.
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