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Juni 2026 – 1. Erhebungsphase der Erkundungsstudie gestartet
Gemeinsam mit der komba Gewerkschaft realisiert der pfv in diesem Jahr die Erhebung in ausgewählten Kindertageseinrichtungen. Auf der Grundlage der im März 2026 veröffentlichten Vorstudie startet ab Mai/Juni 2026 unter wissenschaftlicher Leitung von Frau Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig die qualitative Studie zu wichtigen Fragen der Arbeitsteilung im Kontext multiprofessioneller Teams in Kindertagesstätten.
Ziel des Vorhabens ist es, die Arbeitsteilung und den professionellen Personaleinsatz in Teams frühkindlicher Bildungseinrichtungen systematisch zu untersuchen und daraus Perspektiven für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung unter den Bedingungen des Fachkräftemangels abzuleiten. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Sicherung pädagogischer Qualität nicht allein von individuellen Qualifikationen abhängt, sondern wesentlich durch klare Rollenstrukturen, funktionale Aufgabenverteilungen und wirksame Teamorganisation bestimmt wird.
Die Erkundungsstudie greift damit eine zentrale Leerstelle der aktuellen Debatte auf: Während die Diskussion häufig auf zusätzliche Qualifizierung oder neue Berufsprofile fokussiert, fehlt bislang eine systematische Betrachtung der Frage, wie vorhandene Kompetenzen innerhalb multiprofessioneller Teams zielgerichtet eingesetzt werden können. Ziel ist daher nicht die Deprofessionalisierung pädagogischer Arbeit, sondern die Entwicklung arbeitsteiliger Strukturen, in denen unterschiedliche Qualifikationen ihre spezifischen Stärken wirksam entfalten können.
Die Studie stützt sich auf nationale und internationale Forschungsergebnisse, die zeigen, dass pädagogische Qualität insbesondere dann entsteht, wenn Qualifikationsniveaus mit klar definierten Aufgaben und Verantwortlichkeiten verbunden sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich erhebliche Defizite bei der Rollendifferenzierung in Kindertageseinrichtungen aufweist. Unterschiedlich qualifizierte Fach- und Assistenzkräfte übernehmen häufig identische Tätigkeiten, wodurch vorhandene Kompetenzen nicht optimal genutzt werden. Hinzu kommt, dass insbesondere im U3-Bereich sowie in altersgemischten Gruppen die Anforderungen an Fachlichkeit und Teamkoordination deutlich steigen.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie, wie Professionalisierung, Arbeitsteilung und Qualifizierung auf Teamebene neu zusammengedacht werden können. Ziel ist es, empirische Grundlagen für Organisationsmodelle zu schaffen, die pädagogische Qualität sichern, Leitung stärken und gleichzeitig die personellen Ressourcen im System effizienter nutzen. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zur langfristigen Sicherung frühkindlicher Bildung und zur Weiterentwicklung eines leistungsfähigen und bedarfsgerechten Kita-Systems.
